Palladium – Steckbrief
- Symbol
- Pd
- Ordnungszahl
- 46
- Atommasse
- 106,42 u
- Periode
- 5
- Gruppe
- 10
- Kategorie
- Übergangsmetall
- Elektronenkonfiguration
- [Kr] 4d¹⁰
- Elektronegativität
- 2,2
- Atomradius
- 169 pm
- Valenzelektronen
- 10
- Aggregatzustand (Standardbedingungen)
- fest
- Schmelzpunkt
- 1554,9 °C
- Siedepunkt
- 2963 °C
- Dichte
- 12 g/cm³
- Entdeckt
- 1803
Palladium ist ein silbrig weißes, glänzendes Edelmetall mit der Ordnungszahl 46 und gehört zu den Platinmetallen. Sein Name erinnert an den Asteroiden Pallas, der kurz vor der Entdeckung des Elements gefunden wurde. Palladium ist selten und teuer, zeitweise war es mehr wert als Gold. Es reinigt als Katalysator die Abgase von Autos, kann große Mengen Wasserstoff aufnehmen und treibt in der Chemie Reaktionen an, für die 2010 der Nobelpreis vergeben wurde.
Stellung im Periodensystem
Vorkommen und Gewinnung
Palladium ist selten in der Erdkruste. Es kommt zusammen mit Platin und den anderen Platinmetallen vor, in Spuren auch in Nickel-Kupfer-Erzen. Die größten Mengen stammen aus Russland, wo Palladium als Nebenprodukt der Nickelgewinnung anfällt, und aus Südafrika. Gewonnen wird es aus dem Anodenschlamm der Nickel- und Kupferraffination und aus Platinerzen. Zusätzlich wird heute viel Palladium aus gebrauchten Fahrzeugkatalysatoren zurückgewonnen.
Entdeckt wurde das Element im Jahr 1803 vom englischen Chemiker William Hyde Wollaston. Er löste Rohplatin in Königswasser und fand in der Lösung neben Platin ein weiteres Metall. Wollaston benannte es nach dem kurz zuvor entdeckten Asteroiden Pallas. Zunächst bot er das Metall anonym in einem Londoner Laden als „neues Silber“ an, was in der Fachwelt für Streit sorgte, bis er seine Urheberschaft erklärte.
Eigenschaften und Reaktionen
Palladium steht in Periode 5 und Gruppe 10, unter dem Nickel und über dem Platin. Die Elektronenkonfiguration ist [Kr] 4d¹⁰, die Elektronegativität beträgt 2,2. Das Metall hat eine Dichte von 12 g/cm³, schmilzt bei 1554,9 °C und siedet bei 2963 °C. Es ist weich, gut verformbar und dehnbar.
Palladium ist ein Edelmetall, aber unedler als Platin. An der Luft läuft es bei Zimmertemperatur kaum an. Von Salpetersäure und heißer konzentrierter Schwefelsäure wird es angegriffen, was bei Platin nicht der Fall ist, und Königswasser löst es leicht. Die häufigsten Oxidationszahlen in Verbindungen sind plus zwei und plus vier.
Die auffälligste Eigenschaft ist die Aufnahme von Wasserstoff. Palladium nimmt bis zum rund Neunhundertfachen seines eigenen Volumens an Wasserstoffgas auf, indem sich die Wasserstoffatome zwischen die Metallatome einlagern. Dabei spaltet das Metall die Wasserstoffmoleküle in einzelne Atome, die sehr reaktionsfreudig sind. Deshalb ist Palladium ein hervorragender Hydrierkatalysator. Dünne Palladiumwände lassen außerdem nur Wasserstoff hindurch und dienen zur Reinigung des Gases.
Verwendung in Alltag und Technik
Mehr als die Hälfte des Palladiums steckt in Abgaskatalysatoren von Benzinfahrzeugen. Dort wandelt es zusammen mit Platin und Rhodium giftiges Kohlenstoffmonoxid und unverbrannte Kohlenwasserstoffe in Kohlenstoffdioxid und Wasser um. Weitere Mengen gehen in die Elektronik, etwa in Kontakte und Kondensatoren in Handys und Computern.
In der Schmuckherstellung ist Palladium ein Bestandteil von Weißgold: Gold wird mit Palladium legiert und bekommt so eine helle Farbe. In der Zahnmedizin werden palladiumhaltige Legierungen für Kronen und Brücken verwendet.
In der Chemie ist Palladium einer der wichtigsten Katalysatoren überhaupt. Mit Palladium lassen sich Kohlenstoffatome aus verschiedenen Molekülen gezielt miteinander verknüpfen. Diese Kreuzkupplungen, die nach Richard Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki benannt sind, brachten den dreien 2010 den Nobelpreis für Chemie. Man stellt damit Arzneistoffe, Pflanzenschutzmittel und die Leuchtstoffe für OLED-Displays her. Palladium auf Aktivkohle ist ein gängiger Katalysator für Hydrierungen im Labor und in der Industrie. Als Speicher für Wasserstoff und als Filter in Brennstoffzellen-Anlagen wird Palladium ebenfalls erforscht und eingesetzt.
Kurz gefragt
Welche Ordnungszahl hat Palladium (Pd)?
Häufige Fragen
Wofür braucht man Palladium?
Vor allem für Abgaskatalysatoren in Autos, außerdem für Elektronik, Zahnlegierungen, Weißgold und als Katalysator in der chemischen Industrie. Palladiumkatalysatoren verknüpfen Kohlenstoffatome und stellen so Arzneistoffe und Kunststoffe her.
Wie viel Wasserstoff kann Palladium aufnehmen?
Palladium nimmt bis zum rund Neunhundertfachen seines eigenen Volumens an Wasserstoff auf. Die Wasserstoffatome lagern sich zwischen den Palladiumatomen ein. Das Metall wird dabei etwas größer. Beim Erhitzen oder bei niedrigem Druck gibt es den Wasserstoff wieder ab.
Was hat Palladium mit dem Nobelpreis zu tun?
Richard Heck, Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki erhielten 2010 den Chemie-Nobelpreis für palladiumkatalysierte Kreuzkupplungen. Dabei werden mit Hilfe von Palladium Kohlenstoffatome aus verschiedenen Molekülen zu größeren Molekülen verbunden.