Chrom – Steckbrief
- Symbol
- Cr
- Ordnungszahl
- 24
- Atommasse
- 51,996 u
- Periode
- 4
- Gruppe
- 6
- Kategorie
- Übergangsmetall
- Elektronenkonfiguration
- [Ar] 3d⁵ 4s¹
- Elektronegativität
- 1,66
- Atomradius
- 166 pm
- Valenzelektronen
- 6
- Aggregatzustand (Standardbedingungen)
- fest
- Schmelzpunkt
- 1907 °C
- Siedepunkt
- 2671 °C
- Dichte
- 7,15 g/cm³
- Entdeckt
- 1797
Chrom ist ein stahlgraues, bläulich glänzendes Metall mit der Ordnungszahl 24. Es ist das härteste aller reinen Metalle und der Grund, warum Edelstahl nicht rostet. Seinen Namen hat Chrom vom griechischen Wort für Farbe, denn seine Verbindungen leuchten gelb, orange, grün und violett. Auch das Rot des Rubins und meist das Grün des Smaragds stammen von Spuren dieses Elements, beim Smaragd teils zusammen mit Vanadium.
Stellung im Periodensystem
Vorkommen und Gewinnung
Chrom kommt in der Natur fast nur gebunden vor. Das einzige wirtschaftlich wichtige Erz ist der Chromit, ein schwarzes Eisenchromoxid. Die größten Vorkommen liegen in Südafrika, außerdem in Kasachstan, der Türkei und Indien.
Entdeckt wurde das Element in einem anderen, auffällig orangeroten Mineral: dem Rotbleierz aus Sibirien, einem Bleichromat. Der französische Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin untersuchte es und fand 1797 darin ein neues Element. Ein Jahr später gewann er das Metall, indem er das Oxid mit Holzkohle erhitzte. Den Namen erhielt das Element wegen der vielen Farben seiner Verbindungen.
Für die Stahlindustrie reduziert man Chromit im Elektroofen mit Koks. Dabei entsteht Ferrochrom, eine Legierung aus Eisen und Chrom, die direkt in die Stahlschmelze gegeben wird. Reines Chrom gewinnt man aus Chrom(III)-oxid durch Reduktion mit Aluminium, ein Beispiel für das Thermitverfahren, oder durch Elektrolyse wässriger Chromsalzlösungen.
Eigenschaften und Reaktionen
Chrom steht in Periode 4 und Gruppe 6. Seine Elektronenkonfiguration [Ar] 3d⁵ 4s¹ ist eine bekannte Ausnahme: Statt zwei Elektronen im 4s-Orbital und vier im 3d-Bereich hat Chrom nur ein 4s-Elektron und fünf d-Elektronen. Ein halb besetzter d-Bereich gilt als energetisch besonders günstig; das ist eine Faustregel, die nicht für alle Elemente gilt. Die Elektronegativität beträgt 1,66.
Das Metall hat eine Dichte von 7,15 g/cm³, schmilzt bei 1907 °C und siedet bei 2671 °C. Es ist sehr hart, aber spröde. An der Luft bildet sich sofort eine unsichtbare, dichte Oxidschicht, die das Metall vor weiterem Angriff schützt. Man nennt diesen Zustand Passivierung. Deshalb glänzt verchromtes Metall jahrzehntelang.
In Verbindungen kommt Chrom vor allem mit den Oxidationsstufen plus drei und plus sechs vor. Chrom(III)-Verbindungen sind meist grün oder violett, Chrom(III)-oxid ist ein beständiges grünes Pigment. Chrom(VI)-Verbindungen sind gelb oder orange: Chromate leuchten gelb, Dichromate orange. Sie sind starke Oxidationsmittel. Bekannt ist Kaliumdichromat aus den früheren Alkohol-Prüfröhrchen: Alkohol reduziert das orange Chrom(VI) zu grünem Chrom(III). Chrom(VI)-Verbindungen sind giftig und krebserregend, Chrom(III) dagegen ist deutlich weniger bedenklich.
Verwendung in Alltag und Technik
Der weitaus größte Teil des Chroms wird zu Edelstahl verarbeitet. Rostfreier Stahl enthält mindestens etwa ein Zehntel Chrom, häufig mehr. Wie das reine Metall bildet die Legierung an der Oberfläche eine schützende Chromoxidschicht. Besteck, Kochtöpfe, Spülbecken, Waschmaschinentrommeln und Geräte in Krankenhäusern und Lebensmittelbetrieben bestehen deshalb aus Chromstahl.
Beim Verchromen wird eine dünne Chromschicht galvanisch auf Metall oder Kunststoff abgeschieden. Glanzchrom schmückt Armaturen und Motorradteile, Hartchrom schützt Kolbenstangen und Walzen vor Verschleiß. Weil die Bäder dafür lange Chrom(VI) enthielten, ist das Verfahren in der EU streng reguliert, und Betriebe stellen zunehmend auf Chrom(III)-Bäder um.
Weitere Anwendungen sind Pigmente wie Chromoxidgrün und früher Chromgelb, feuerfeste Steine aus Chromit für Industrieöfen, etwa in Stahl- und Glaswerken und das Gerben von Leder mit Chrom(III)-Salzen, das einen Großteil des Leders weltweit weich und haltbar macht. Chrom(III) galt lange als lebensnotwendiges Spurenelement für den Zuckerstoffwechsel. Die europäische Lebensmittelbehörde sieht dafür heute aber keinen ausreichenden Beleg.
Moleküle mit diesem Element
- Chrom(II)-oxid CrO
- Chrom(VI)-oxid CrO3
- Chrom(III)-oxid Cr2O3
Kurz gefragt
Warum ist Edelstahl oft deutlich korrosionsbestaendiger als normaler Stahl?
Häufige Fragen
Ist Chrom giftig?
Das kommt auf die Oxidationsstufe an. Metallisches Chrom und Chrom(III)-Verbindungen gelten als wenig giftig. Chrom(VI)-Verbindungen wie Chromate und Dichromate sind dagegen giftig, reizen Haut und Atemwege und können Krebs auslösen. Bei Menschen mit Chromallergie können Lederwaren mit Chrom(VI)-Spuren Hautausschläge hervorrufen.
Warum rostet Edelstahl nicht?
Edelstahl enthält viel Chrom. Das Chrom bildet an der Oberfläche eine hauchdünne, dichte Oxidschicht, die Wasser und Sauerstoff vom Eisen fernhält. Wird die Schicht zerkratzt, bildet sie sich an der Luft von selbst neu. Deshalb rostet Edelstahl im Alltag nicht.
Warum ist ein Rubin rot?
Ein Rubin besteht aus Aluminiumoxid, in dem ein kleiner Teil der Aluminium-Ionen durch Chrom(III)-Ionen ersetzt ist. Diese Chrom-Ionen absorbieren grünes und violettes Licht, sodass vor allem rotes Licht übrig bleibt. Reines Aluminiumoxid wäre farblos. Im Smaragd sorgt Chrom, teils zusammen mit Vanadium, in einem anderen Kristall dagegen für die grüne Farbe.