Neon – Steckbrief
- Symbol
- Ne
- Ordnungszahl
- 10
- Atommasse
- 20,18 u
- Periode
- 2
- Gruppe
- 18
- Kategorie
- Edelgas
- Elektronenkonfiguration
- [He] 2s² 2p⁶
- Atomradius
- 38 pm
- Valenzelektronen
- 8
- Aggregatzustand (Standardbedingungen)
- gasförmig
- Schmelzpunkt
- -248,59 °C
- Siedepunkt
- -246,08 °C
- Dichte
- 0,900 g/L
- Entdeckt
- 1898
Neon ist ein Edelgas mit der Ordnungszahl 10 und schließt die zweite Periode des Periodensystems ab. Es ist farblos, geruchlos und geht keinerlei chemische Verbindungen ein. Berühmt wurde Neon durch die rot-orange leuchtenden Reklameröhren, die seit über hundert Jahren Städte bei Nacht prägen. Außerdem ist es ein Kühlmittel für sehr tiefe Temperaturen und ein wichtiges Gas für Laser und die Chipfertigung.
Stellung im Periodensystem
Vorkommen und Gewinnung
Im Universum ist Neon ein häufiges Element, es entsteht in massereichen Sternen beim Kohlenstoffbrennen. Auf der Erde ist es dagegen selten, weil die junge Erde die leichten Gase nicht halten konnte. Die einzige nennenswerte Quelle ist die Luft: Sie enthält etwa achtzehn Teile Neon auf eine Million Teile Luft. Das ist mehr als Helium, Krypton oder Xenon, aber viel weniger als Argon. In Gesteinen und im Meerwasser kommt Neon nur in Spuren vor, da es keine Verbindungen bildet und sich nirgendwo anreichert.
Gewonnen wird Neon ausschließlich als Nebenprodukt der Luftzerlegung. In großen Anlagen wird Luft verflüssigt und in Sauerstoff und Stickstoff getrennt. Neon, Helium und Wasserstoff kondensieren selbst bei den dort herrschenden Temperaturen nicht und sammeln sich im Kopf der Stickstoffkolonne. Dieses Rohgasgemisch wird abgezogen, von Wasserstoff befreit und durch weitere Kühlung oder Adsorption an Aktivkohle in Neon und Helium getrennt. Weil nur sehr große Luftzerlegungsanlagen, zum Beispiel neben Stahlwerken, das Gas in lohnender Menge abtrennen, war die Versorgung lange von wenigen Standorten abhängig, darunter in der Ukraine. Entdeckt wurde Neon 1898 von William Ramsay und Morris Travers in London, die es aus flüssiger Luft isolierten und am roten Leuchten im Spektralrohr erkannten. Der Name kommt vom griechischen neos für neu.
Eigenschaften und Reaktionen
Neon hat die Elektronenkonfiguration [He] 2s² 2p⁶. Seine äußere Schale ist mit acht Elektronen vollständig besetzt, es hat also ein Oktett und keinen Anlass, Elektronen aufzunehmen oder abzugeben. Es steht in Periode 2 und Gruppe 18. Neon gilt als das reaktionsträgste aller Elemente: Während von Xenon und Krypton Fluorverbindungen bekannt sind, gibt es von Neon keine einzige stabile chemische Verbindung. Nur in Ionenfallen und bei extrem tiefen Temperaturen lassen sich kurzlebige Teilchen mit Neon nachweisen. Eine Elektronegativität wird für Neon üblicherweise nicht angegeben.
Als Gas ist Neon farblos, geruchlos und mit einer Dichte von 0,900 g/L leichter als Luft. Es liegt einatomig vor. Neon wird bei -246,08 °C flüssig und bei -248,59 °C fest; der Bereich, in dem es flüssig ist, ist nur wenige Grad breit. Flüssiges Neon kann pro Volumen deutlich mehr Wärme aufnehmen als flüssiges Helium und ist deshalb ein effektives Kühlmittel für Temperaturen, die flüssiger Stickstoff nicht erreicht. Der Atomradius beträgt 38 pm. Legt man an eine mit Neon gefüllte Röhre eine Spannung an, werden die Atome angeregt und senden beim Zurückfallen in den Grundzustand Licht aus, dessen Spektrallinien überwiegend im roten und orangen Bereich liegen. Daher stammt die charakteristische Farbe der Neonröhren. Neon hat drei stabile Isotope; das Verhältnis von Neon-20 zu Neon-22 hilft Geologen, die Herkunft von Gasen aus dem Erdmantel zu bestimmen.
Verwendung in Alltag und Technik
Die bekannteste Anwendung sind Leuchtröhren. Ein Glasrohr wird mit Neon unter geringem Druck gefüllt, und eine Hochspannung bringt das Gas zum Leuchten. Echtes Neon leuchtet immer rot-orange; andere Farben der Leuchtreklame entstehen mit Argon, Quecksilber und farbigen Leuchtstoffen oder getönten Gläsern, werden umgangssprachlich aber ebenfalls Neonlicht genannt. Auch die kleinen Glimmlampen in Schaltern, Spannungsprüfern und älteren Geräten enthalten Neon.
In der Technik ist Neon in Lasern wichtig. Der Helium-Neon-Laser liefert ein rotes Licht mit sehr stabiler Wellenlänge und wurde lange für Barcode-Scanner, Vermessungsgeräte und Hologramme verwendet. Für die Chipfertigung sind Excimer-Laser entscheidend, deren Gasgemisch zum großen Teil aus Neon besteht; mit ihrem ultravioletten Licht werden die feinen Strukturen auf Siliciumwafer belichtet. Deshalb hängt die Halbleiterindustrie von einer stabilen Neonversorgung ab. Flüssiges Neon dient als Kühlmittel in Kryotechnik und Forschung, etwa für Detektoren. In der Hochspannungstechnik füllt Neon Überspannungsableiter, in der Teilchenphysik dient es als Zählgas in Detektoren. Im Alltag begegnet dir Neon fast nur in Form von Licht: in historischen Reklameschildern, in Kunstinstallationen und in den Anzeigen alter Radios und Messgeräte.
Kurz gefragt
Zu welcher Stoffklasse gehoert Neon (Ne)?
Häufige Fragen
Wofür braucht man Neon?
Vor allem für Licht und Laser. Neon füllt rote Leuchtröhren und Glimmlampen, ist Bestandteil von Helium-Neon-Lasern und der Excimer-Laser, mit denen Computerchips belichtet werden. Als flüssiges Kühlmittel überbrückt es den Temperaturbereich zwischen flüssigem Stickstoff und flüssigem Helium.
Ist Neon giftig?
Nein, Neon ist völlig ungiftig und reagiert mit nichts im Körper. Wie alle Gase außer Sauerstoff kann es in hoher Konzentration zum Ersticken führen, weil es den Sauerstoff verdrängt. In der Luft kommt es nur in Spuren vor und ist dort unbedenklich.
Warum leuchtet Neon rot?
Elektrischer Strom regt die Neonatome an, indem Elektronen auf höhere Energieniveaus gehoben werden. Beim Zurückfallen geben die Atome die Energie als Licht ab, und zwar nur in bestimmten Wellenlängen, die für Neon typisch sind. Die stärksten dieser Spektrallinien liegen im roten und orangen Bereich, deshalb erscheint das Leuchten rot-orange.