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Scandium – Steckbrief

Symbol
Sc
Ordnungszahl
21
Atommasse
44,956 u
Periode
4
Gruppe
3
Kategorie
Übergangsmetall
Elektronenkonfiguration
[Ar] 3d¹ 4s²
Elektronegativität
1,36
Atomradius
184 pm
Valenzelektronen
3
Aggregatzustand (Standardbedingungen)
fest
Schmelzpunkt
1541 °C
Siedepunkt
2836 °C
Dichte
2,99 g/cm³
Entdeckt
1879

Scandium ist ein silbrig-weißes, leichtes Metall mit der Ordnungszahl 21. Mit ihm beginnt die erste Reihe der Übergangsmetalle im Periodensystem. Bekannt ist Scandium vor allem durch seine Entdeckungsgeschichte: Dmitri Mendelejew hatte das Element vorhergesagt, bevor es jemand gefunden hatte, und seine Vorhersage traf erstaunlich genau. Im Alltag begegnet Scandium kaum jemandem, obwohl es in der Erdkruste gar nicht so selten ist.

Stellung im Periodensystem

Zum ganzen Periodensystem

Vorkommen und Gewinnung

In der Erdkruste kommt Scandium etwa so häufig vor wie Cobalt und häufiger als Blei. Trotzdem gilt es als seltenes Metall, denn es ist sehr fein verteilt und reichert sich kaum in eigenen Lagerstätten an. Das einzige bedeutende Scandiummineral ist der Thortveitit, der in Norwegen und auf Madagaskar vorkommt, aber nur in kleinen Mengen. Heute gewinnt man Scandium fast ausschließlich als Nebenprodukt, etwa bei der Aufbereitung von Erzen für Titan, Uran, Nickel oder Seltene Erden. Weltweit entstehen jährlich nur einige Dutzend Tonnen Scandiumoxid.

Der schwedische Chemiker Lars Fredrik Nilson entdeckte Scandium 1879 in den skandinavischen Mineralen Euxenit und Gadolinit. Den Namen wählte er nach Skandinavien. Sein Landsmann Per Teodor Cleve erkannte kurz darauf, dass es sich um das Element handelte, das Mendelejew einige Jahre zuvor als „Eka-Bor“ angekündigt hatte. Mendelejew hatte die Atommasse sowie Formel und Dichte des Oxids aus der Lücke in seinem Periodensystem abgeleitet. Die Entdeckung von Scandium, Gallium und Germanium half entscheidend dabei, dass sein Periodensystem anerkannt wurde. Reines metallisches Scandium wurde erst im zwanzigsten Jahrhundert hergestellt, durch Elektrolyse einer Salzschmelze.

Eigenschaften und Reaktionen

Scandium steht in Periode 4 und Gruppe 3. Seine Elektronenkonfiguration ist [Ar] 3d¹ 4s²: Es hat also nur ein einziges d-Elektron. Gibt das Atom die beiden 4s-Elektronen und das 3d-Elektron ab, entsteht das Ion Sc³⁺ mit der Elektronenkonfiguration von Argon. Deshalb kommt Scandium in Verbindungen fast nur mit der Oxidationsstufe plus drei vor. Weil diesem Ion die d-Elektronen fehlen, sind Scandiumverbindungen meist farblos, während viele andere Übergangsmetalle farbige Verbindungen bilden. Chemisch ähnelt Scandium deshalb eher Yttrium und den Lanthanoiden; zusammen mit ihnen zählt man es zu den Metallen der Seltenen Erden.

Mit einer Dichte von 2,99 g/cm³ ist Scandium fast so leicht wie Aluminium. Es schmilzt bei 1541 °C und siedet bei 2836 °C, die Elektronegativität beträgt 1,36. An der Luft überzieht sich das Metall mit einer dünnen Oxidschicht und läuft leicht gelblich an. In verdünnten Säuren löst es sich unter Bildung von Wasserstoff. Beim Erhitzen an der Luft verbrennt es zu Scandiumoxid, Sc₂O₃, einem weißen, sehr hoch schmelzenden Pulver.

Verwendung in Alltag und Technik

Die wichtigste Anwendung sind Aluminium-Scandium-Legierungen. Schon ein Zusatz von wenigen Zehnteln Prozent Scandium macht das Gefüge des Aluminiums feinkörniger, erhöht die Festigkeit deutlich und verbessert die Schweißbarkeit. Solche Legierungen werden in der Luftfahrt eingesetzt, aber auch für Sportgeräte wie Fahrradrahmen, Baseballschläger und Rahmen von Revolvern. Wegen des hohen Preises bleibt der Einsatz bislang auf Spezialanwendungen beschränkt.

Scandiumiodid wird zusammen mit anderen Salzen in Halogen-Metalldampflampen verwendet. Diese Lampen erzeugen ein sehr helles Licht, das dem Tageslicht ähnelt, und beleuchten zum Beispiel Sportstadien und Filmsets. Ein weiteres Einsatzfeld sind Festoxid-Brennstoffzellen: Zirconiumdioxid, das mit Scandiumoxid versetzt ist, leitet bei hohen Temperaturen Oxid-Ionen besonders gut und dient dort als Elektrolyt.

Für Lebewesen spielt Scandium keine bekannte Rolle. In den geringen Mengen, in denen es in der Umwelt vorkommt, gilt es als ungefährlich.

Kurz gefragt

Zu welchem Element gehoert die Elektronenkonfiguration [Ar] 4s1?

Häufige Fragen

Warum heißt Scandium Scandium?

Lars Fredrik Nilson fand das Element in Mineralen aus Skandinavien und benannte es nach der lateinischen Bezeichnung dieser Region, Scandia. Auch die Elemente Thulium und Holmium tragen Namen, die auf Skandinavien zurückgehen.

Welches Element hat Mendelejew als Eka-Bor vorhergesagt?

Eka-Bor war Mendelejews Platzhalter für ein noch unbekanntes Element, das in seiner damaligen Tabelle unter Bor stand. Es ist das Scandium; im heutigen Periodensystem steht es in Gruppe 3. Mendelejew sagte unter anderem voraus, dass sein Oxid die Formel Sc₂O₃ haben würde. Als Nilson und Cleve das neue Element untersuchten, stimmten die Eigenschaften gut mit der Vorhersage überein.

Ist Scandium ein Metall der Seltenen Erden?

Ja. Nach der Festlegung der IUPAC gehören Scandium, Yttrium und die Lanthanoide zu den Metallen der Seltenen Erden. Scandium kommt mit ihnen gemeinsam in Mineralen vor und verhält sich chemisch ähnlich, weil es fast nur das dreifach positive Ion bildet.