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Silber – Steckbrief

Symbol
Ag
Ordnungszahl
47
Atommasse
107,868 u
Periode
5
Gruppe
11
Kategorie
Übergangsmetall
Elektronenkonfiguration
[Kr] 4d¹⁰ 5s¹
Elektronegativität
1,93
Atomradius
165 pm
Valenzelektronen
11
Aggregatzustand (Standardbedingungen)
fest
Schmelzpunkt
961,78 °C
Siedepunkt
2162 °C
Dichte
10,501 g/cm³
Entdeckt
seit dem Altertum bekannt

Silber ist ein weiches, weiß glänzendes Edelmetall mit der Ordnungszahl 47. Es ist seit dem Altertum bekannt und diente früher als Geld und Schmuck. Kein anderes Metall leitet Strom und Wärme besser. Darum steckt Silber in Solarzellen, Schaltern und vielen anderen Bauteilen. Sein Symbol Ag stammt vom lateinischen Wort argentum. Silber läuft an der Luft dunkel an, weil Schwefelverbindungen eine Schicht aus Silbersulfid bilden.

Stellung im Periodensystem

Zum ganzen Periodensystem

Vorkommen und Gewinnung

Silber kommt in der Natur gediegen vor, also als reines Metall, vor allem aber in Erzen. Das wichtigste Silbermineral ist Silberglanz (Akanthit, früher Argentit genannt), ein Sulfid mit der Formel Ag₂S. Der größte Teil des Silbers wird heute als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Blei, Zink, Kupfer und Gold gewonnen. Wichtige Förderländer sind Mexiko, China und Peru. Hinzu kommt Silber aus dem Recycling von Schmuck, Besteck, Elektronik und alten Fotomaterialien.

Weil Silber seit Jahrtausenden gewonnen wird, gibt es kein bestimmtes Entdeckungsjahr. Schon im Altertum wurde es aus Bleierzen ausgeschmolzen, und es war Grundlage großer Münzprägungen, etwa im antiken Athen und im Römischen Reich. Silber ist weit seltener als Kupfer, aber deutlich häufiger als Gold und Platin.

Eigenschaften und Reaktionen

Silber steht in Periode 5 und Gruppe 11, zwischen Palladium und Cadmium und unter dem Kupfer. Die Elektronenkonfiguration ist [Kr] 4d¹⁰ 5s¹, die Elektronegativität beträgt 1,93. Das Metall hat eine Dichte von 10,501 g/cm³, schmilzt bei 961,78 °C und siedet bei 2162 °C. Es ist weich, sehr gut dehnbar und lässt sich zu hauchdünnen Folien walzen.

Reines Silber hat die höchste elektrische Leitfähigkeit und die höchste Wärmeleitfähigkeit aller Metalle. Außerdem reflektiert es sichtbares Licht besonders gut, was es zum klassischen Material für Spiegel macht.

Silber ist ein Edelmetall, reagiert aber mit Schwefelverbindungen. Schon Spuren von Schwefelwasserstoff in der Luft, Schwefel aus Eiern oder Zwiebeln und aus Gummi bilden eine dunkle Schicht aus Silbersulfid, das Anlaufen. Mit Sauerstoff reagiert das Metall bei Zimmertemperatur nicht. In Verbindungen tritt es fast immer mit der Oxidationszahl plus eins auf. Von Salpetersäure wird es gelöst, dabei entsteht Silbernitrat.

Silberhalogenide wie Silberchlorid und Silberbromid sind lichtempfindlich: Licht scheidet daraus metallisches Silber ab. Silberchlorid ist in Wasser kaum löslich und fällt als weißer Niederschlag aus, was zum Nachweis von Chlorid-Ionen genutzt wird.

Verwendung in Alltag und Technik

Silber wird als Schmuck, Besteck und Münze verwendet. Reines Silber ist dafür zu weich. Deshalb legiert man es meist mit Kupfer. Sterlingsilber enthält 925 Teile Silber auf tausend Teile Metall, der Rest ist überwiegend Kupfer. Als Anlageprodukt werden Silberbarren und Silbermünzen gehandelt.

Die größten Mengen gehen in die Technik. Wegen der Leitfähigkeit steckt Silber in elektrischen Kontakten, Leiterpasten und in den Fingern von Solarzellen. Spiegel und Reflektoren nutzen die hohe Reflexion.

Die Fotografie beruhte lange auf Silberhalogeniden. Auf Filmen und Fotopapier verändert Licht das Silberbromid, beim Entwickeln wird daraus das sichtbare Bild. Die digitale Fotografie hat diese Anwendung stark verdrängt.

Silberionen töten Bakterien ab. Man nutzt das in Wundauflagen, in einigen Textilien und in Wasserfiltern. Wie stark und sinnvoll die Wirkung im Alltag ist, hängt vom Produkt ab. Gelangen Silberionen über das Abwasser in Gewässer, schaden sie dort Kleinlebewesen; das Metall selbst ist für Menschen wenig schädlich.

Moleküle mit diesem Element

  • Silbernitrat AgNO3
  • Silberbehenat C21H43COOAg

Kurz gefragt

Welches Metall reagiert heftiger mit Wasser?

Häufige Fragen

Warum läuft Silber an?

Silber reagiert mit schwefelhaltigen Stoffen in der Luft, vor allem mit Schwefelwasserstoff. Dabei bildet sich auf der Oberfläche eine dunkle Schicht aus Silbersulfid Ag₂S. Das Metall selbst wird dabei nicht durch Sauerstoff angegriffen. Die Schicht lässt sich abpolieren oder chemisch entfernen.

Was ist Sterlingsilber?

Sterlingsilber ist eine Legierung aus Silber und Kupfer mit 925 Teilen Silber auf tausend Teile. Das Kupfer macht das Silber härter und haltbarer. Man erkennt es oft am Stempel 925.

Warum leitet Silber Strom so gut?

Die Elektronenkonfiguration [Kr] 4d¹⁰ 5s¹ zeigt ein einzelnes äußeres Elektron je Atom, das sich im Metall fast frei bewegen kann. Kupfer und Gold sind ähnlich gebaut; bei Silber werden die Elektronen im Gitter am wenigsten gestreut, deshalb liegt es knapp vorn.