Strontium – Steckbrief
- Symbol
- Sr
- Ordnungszahl
- 38
- Atommasse
- 87,62 u
- Periode
- 5
- Gruppe
- 2
- Kategorie
- Erdalkalimetall
- Elektronenkonfiguration
- [Kr] 5s²
- Elektronegativität
- 0,95
- Atomradius
- 219 pm
- Valenzelektronen
- 2
- Aggregatzustand (Standardbedingungen)
- fest
- Schmelzpunkt
- 777 °C
- Siedepunkt
- 1382 °C
- Dichte
- 2,64 g/cm³
- Entdeckt
- 1790
Strontium ist ein weiches, silbrig gelbliches Erdalkalimetall mit der Ordnungszahl 38. Es verdankt seinen Namen dem schottischen Dorf Strontian. Die meisten kennen Strontium nur aus dem Feuerwerk, denn seine Verbindungen färben Flammen leuchtend rot. Das Element ähnelt dem Calcium und wird deshalb in Knochen eingebaut, was beim radioaktiven Strontium-90 ein Problem ist.
Stellung im Periodensystem
Vorkommen und Gewinnung
Strontium ist in der Erdkruste nicht selten, deutlich häufiger als etwa Kupfer, kommt aber nie rein vor. Die wichtigsten Mineralien sind Cölestin, ein Strontiumsulfat, und Strontianit, ein Strontiumcarbonat. Cölestin bildet vor allem Lagerstätten in Sedimentgesteinen, Strontianit findet sich häufig in Erzgängen. Gefördert wird Cölestin unter anderem in Spanien und China.
Das Mineral Strontianit fand man im achtzehnten Jahrhundert in Bleibergwerken bei Strontian in Schottland. Zunächst hielt man es für eine Abart eines schon bekannten Minerals. Um das Jahr 1790 erkannten Chemiker, darunter Adair Crawford, dass darin ein eigenes Element steckt. Das Metall selbst stellte später der englische Chemiker Humphry Davy durch Elektrolyse her.
Heute gewinnt man zunächst das Carbonat oder Oxid aus den Mineralien. Das Metall entsteht daraus durch Reduktion mit Aluminium oder durch Elektrolyse einer Schmelze, und es wird nur in kleinen Mengen gebraucht. Der Bedarf an Strontiumverbindungen ist größer als der an dem Metall.
Eigenschaften und Reaktionen
Strontium steht in Periode 5 und Gruppe 2, bei den Erdalkalimetallen zwischen Calcium und Barium. Seine Elektronenkonfiguration ist [Kr] 5s², mit 2 Valenzelektronen. Die Elektronegativität beträgt 0,95, es gibt seine zwei äußeren Elektronen also leicht ab. Das Metall hat eine Dichte von 2,64 g/cm³, schmilzt bei 777 °C und siedet bei 1382 °C. Es ist weich und lässt sich schneiden, läuft an der Luft aber rasch gelblich an, weil sich Oxid und Nitrid bilden.
Mit Wasser reagiert Strontium unter Bildung von Strontiumhydroxid und Wasserstoff, kräftiger als Calcium und weniger heftig als Barium. Man lagert es deshalb unter Öl. Feines Pulver kann sich an der Luft von selbst entzünden. In Verbindungen ist es zweifach positiv geladen. Die meisten Salze sind farblos. Strontiumcarbonat und Strontiumsulfat sind schwer löslich, Strontiumnitrat und Strontiumchlorid lösen sich dagegen gut.
In der Flamme färbt Strontium karminrot. Der Grund liegt in der Elektronenstruktur: Die Wärme hebt Elektronen auf höhere Energiestufen, beim Zurückfallen geben sie Licht bestimmter Farben ab. Bei Strontium stammt das kräftige Rot vor allem von kurzlebigen Molekülen aus Strontium und Chlor oder Sauerstoff und Wasserstoff, die in der heißen Flamme entstehen. Dasselbe Prinzip nutzt man in der Flammenprobe im Chemieunterricht, um Strontium von Calcium und Barium zu unterscheiden.
Verwendung in Alltag und Technik
Am bekanntesten ist das Feuerwerk. Strontiumsalze wie das Nitrat und das Carbonat sorgen für das leuchtende Rot von Bengalfeuern, Leuchtkugeln und Signalfackeln. Strontiumnitrat liefert außerdem Sauerstoff für die Verbrennung.
Weitere Anwendungen sind technisch. Strontiumferrit ist ein hartmagnetischer Werkstoff für billige Dauermagnete, etwa in Lautsprechern, Kühlschranktüren und kleinen Elektromotoren. Strontiumaluminat mit Zusätzen seltener Erden leuchtet nach im Dunkeln und ist die Grundlage moderner Leuchtpigmente, etwa auf Uhrenziffernblättern und Notausgangsschildern. Das Glas alter Fernsehröhren enthielt Strontiumoxid, um Röntgenstrahlung abzuschirmen. Seit Röhrenbildschirme verschwunden sind, ist dieser Einsatz zurückgegangen. Hochpräzise optische Uhren nutzen Strontium-Atome als Taktgeber und gehören zu den genauesten Zeitmessern der Welt.
Medizinisch war Strontium ein Thema, weil es dem Calcium ähnelt. Strontiumranelat wurde gegen Osteoporose eingesetzt. Wegen Risiken für Herz und Kreislauf wurde seine Anwendung in der EU stark eingeschränkt, und das Medikament ist inzwischen nicht mehr im Handel. Manche Zahnpasten für empfindliche Zähne enthalten Strontiumsalze, die winzige Kanäle im Zahnbein verschließen sollen. Wie gut das wirkt, ist wissenschaftlich umstritten.
Ein Sonderfall ist das Isotop Strontium-90. Es entsteht bei der Kernspaltung, zum Beispiel bei Atombombentests oder Reaktorunfällen wie in Tschernobyl, und sendet Betastrahlung aus. Seine Halbwertszeit beträgt rund dreißig Jahre. Weil der Körper Strontium wie Calcium behandelt, lagert sich Strontium-90 in Knochen ein und kann dort lange strahlen. Das stabile Strontium ist dagegen nur wenig giftig. Im Unterricht bleibt es bei der Flammenprobe mit kleinsten Mengen eines Salzes; Strontiummetall gehört nicht in Schulhände.
Moleküle mit diesem Element
- Strontiumchlorid SrCl2
- Strontiumperoxid SrO2
- Strontiumcarbonat SrCO3
Kurz gefragt
Welche Ordnungszahl hat Strontium (Sr)?
Häufige Fragen
Warum färbt Strontium Feuerwerk rot?
Beim Erhitzen werden Elektronen der Strontiumatome auf höhere Energiestufen gehoben. Fallen sie zurück, geben sie Licht ab. Bei Strontium kommt das Rot vor allem von kurzlebigen Strontiumverbindungen, die in der heißen Flamme entstehen, deshalb leuchten Strontiumsalze in der Flamme rot. Feuerwerker nutzen meist Strontiumnitrat oder Strontiumcarbonat.
Ist Strontium radioaktiv?
Das natürliche Strontium ist nicht radioaktiv, es besteht aus stabilen Isotopen. Radioaktiv ist das künstlich entstehende Strontium-90, ein Spaltprodukt aus Kernreaktoren und Atombombentests. Es lagert sich wie Calcium in Knochen ein, deshalb wird es nach Unfällen besonders beobachtet.
Wofür braucht man Strontium?
Strontiumverbindungen färben Feuerwerk rot, bilden Dauermagnete aus Strontiumferrit und nachleuchtende Pigmente aus Strontiumaluminat. Früher steckte es im Glas von Röhrenfernsehern. Als Arzneistoff und in Zahnpasten spielt es eine Nebenrolle.