Tellur – Steckbrief
- Symbol
- Te
- Ordnungszahl
- 52
- Atommasse
- 127,6 u
- Periode
- 5
- Gruppe
- 16
- Kategorie
- Metalloid
- Elektronenkonfiguration
- [Kr] 4d¹⁰ 5s² 5p⁴
- Elektronegativität
- 2,1
- Atomradius
- 123 pm
- Valenzelektronen
- 6
- Aggregatzustand (Standardbedingungen)
- fest
- Schmelzpunkt
- 449,51 °C
- Siedepunkt
- 988 °C
- Dichte
- 6,232 g/cm³
- Entdeckt
- 1782
Tellur ist ein silbrig weißes, sprödes Halbmetall mit der Ordnungszahl 52. Es gehört zu den seltensten stabilen Elementen der Erdkruste und wurde im Jahr 1782 in einem Golderz entdeckt. Der Name geht auf die lateinische Erdgöttin Tellus zurück. Tellur steckt in Dünnschicht-Solarzellen, in thermoelektrischen Kühlelementen und in Datenspeichern. Wer Tellurverbindungen aufnimmt, kann noch wochenlang nach Knoblauch riechen.
Stellung im Periodensystem
Vorkommen und Gewinnung
Tellur ist in der Erdkruste ungefähr so selten wie Platin. Es kommt manchmal gediegen vor, meist aber in Telluriden, das sind Verbindungen mit Metallen wie Gold, Silber oder Blei. Eines dieser Minerale ist der Calaverit, ein Gold-Tellurid.
Die Entdeckung gelang 1782 dem Bergbeamten Franz Joseph Müller von Reichenstein. Er untersuchte ein Golderz aus Siebenbürgen, das sich nicht wie erwartet verhielt, und fand darin ein neues Element. Der Berliner Chemiker Martin Heinrich Klaproth bestätigte den Fund im Jahr 1798 und gab ihm den Namen Tellur, nach dem lateinischen Wort tellus für Erde.
Heute gewinnt man Tellur fast nur als Nebenprodukt der Kupferraffination. Beim elektrolytischen Reinigen von Kupfer bleibt am Boden ein Anodenschlamm zurück, aus dem Tellur herausgelöst wird. Weil jährlich nur einige hundert Tonnen anfallen und die Nachfrage mit der Solartechnik steigt, gilt Tellur zum Beispiel in den USA als kritischer Rohstoff.
Eigenschaften und Reaktionen
Tellur steht in Periode 5 und Gruppe 16, unter dem Selen und über dem Polonium. In der Periode steht links das Antimon, rechts folgt das Iod. Die Elektronenkonfiguration ist [Kr] 4d¹⁰ 5s² 5p⁴, die Elektronegativität beträgt 2,1. Das Element hat 6 Valenzelektronen. Die Dichte liegt bei 6,232 g/cm³, der Schmelzpunkt bei 449,51 °C und der Siedepunkt bei 988 °C.
Tellur ist ein Halbmetall. Es sieht metallisch aus, ist aber spröde und lässt sich zu Pulver zerreiben. Es leitet den elektrischen Strom schlecht, bei Erwärmung und im Licht aber besser, und wird deshalb zu den Halbleitern gezählt. An der Luft ist es recht beständig. In der Flamme verbrennt es mit grünlich blauer Farbe zu weißem Tellurdioxid, TeO₂. In Verbindungen kommen die Oxidationszahlen minus zwei, plus vier und plus sechs vor. Die Wasserstoffverbindung H₂Te ist instabil, zerfällt leicht und riecht unangenehm.
Tellur und seine Verbindungen sind schwach bis mäßig giftig. Bekannt ist die Wirkung auf den Atem: Der Körper wandelt aufgenommenes Tellur in Dimethyltellurid um, eine flüchtige Verbindung mit einem durchdringenden Knoblauchgeruch. Dieser Geruch kann Wochen anhalten und ist für Betroffene unangenehm, er ist aber vor allem ein Warnzeichen für die Aufnahme. Tellurverbindungen gehören nicht in Schulversuche.
Verwendung in Alltag und Technik
Wichtigste Anwendung sind Solarzellen aus Cadmiumtellurid, CdTe. Sie sind Dünnschichtzellen: Eine nur wenige Mikrometer dicke Halbleiterschicht wird auf Glas aufgetragen und wandelt Sonnenlicht in Strom um. Nach den Siliciumzellen ist das die zweithäufigste Bauart, wenn auch mit großem Abstand. Weil Cadmium giftig ist, ist das Recycling der Module besonders wichtig.
Bismuttellurid, Bi₂Te₃, ist ein thermoelektrischer Werkstoff. Fließt Strom hindurch, wird eine Seite kalt und die andere warm. So arbeiten Peltier-Elemente, zum Beispiel in kleinen Kühlboxen und in Geräten zur Temperaturregelung. Dieselbe Eigenschaft lässt sich umkehren: Ein Temperaturunterschied erzeugt Strom.
Verbindungen aus Germanium, Antimon und Tellur wechseln unter Laserlicht oder elektrischen Impulsen zwischen einer geordneten und einer ungeordneten Form. Das nutzt man in wiederbeschreibbaren optischen Scheiben und in Phasenwechsel-Speichern.
Kleine Mengen Tellur machen Stahl und Kupfer besser zerspanbar, härten Blei und färben Glas und Keramik. In der Gummiindustrie dient es als Zusatz bei der Vulkanisation.
Kurz gefragt
Welche Ordnungszahl hat Tellur (Te)?
Häufige Fragen
Warum verursacht Tellur Knoblauchgeruch im Atem?
Der Körper wandelt aufgenommenes Tellur in Dimethyltellurid um. Diese flüchtige Verbindung riecht stark nach Knoblauch und wird über Atem und Schweiß abgegeben. Der Geruch hält oft Wochen an.
Wer hat Tellur entdeckt?
Franz Joseph Müller von Reichenstein fand das Element 1782 in einem Golderz aus Siebenbürgen. Martin Heinrich Klaproth bestätigte es später und gab ihm den Namen nach dem lateinischen tellus, Erde.
Wofür braucht man Tellur?
Vor allem für Dünnschicht-Solarzellen aus Cadmiumtellurid. Außerdem steckt es in thermoelektrischen Kühlelementen, in wiederbeschreibbaren Datenspeichern und als Zusatz in Legierungen und Gläsern.